Voller Stolz zurück aus Estland – und mit noch mehr Energie in die Zukunft

U19 scheitert denkbar knapp – und blickt voller Zuversicht nach vorne

Sechs Punkte, starke Leistungen, ein Turniersieger aus Österreich und eine Mannschaft, auf die man stolz sein kann: Die U19-WM-Qualifikation in Estland ist beendet. Das WM-Ticket wurde denkbar knapp verpasst. Die Entwicklung des Teams macht jedoch Mut für die Zukunft.

Es war eine dieser Qualifikationen, bei denen am Ende ein einziger Sieg den Unterschied machen kann.

Österreich beendet die U19-WM-Qualifikation in Estland mit sechs Punkten aus fünf Spielen. Zwei Siege, zwei Unentschieden und nur eine Niederlage stehen zu Buche. Das große Ziel – die Qualifikation für die Weltmeisterschaft – wurde damit zwar zum zweiten Mal in Folge verpasst. Gleichzeitig hat die Mannschaft eindrucksvoll gezeigt, wie viel Entwicklung in den vergangenen Monaten stattgefunden hat.

Und am Ende fehlte tatsächlich nur ein Sieg.

Der Auftakt – und ein Punkt, der am Ende fehlte

Bereits das erste Spiel gegen Großbritannien zeigte, wie eng diese Qualifikation werden würde. Österreich musste sich mit einem 3:3-Unentschieden begnügen.

Rückblickend war genau dieser eine fehlende Sieg ein entscheidender Faktor im Kampf um das WM-Ticket.

Doch die Mannschaft ließ sich davon nicht aus der Ruhe bringen. Gegen Slowenien folgte ein weiteres 4:4, ehe Österreich gegen Ungarn mit einem überzeugenden 6:2 den ersten Sieg einfuhr.

Damit war die Mannschaft endgültig im Rennen.

Das entscheidende Duell gegen Estland

Am Freitag wartete Gastgeber Estland. Die Bedeutung dieses Spiels war allen bewusst. Österreich hatte die Möglichkeit, sich mit einem Erfolg eine hervorragende Ausgangsposition für die Qualifikation zu schaffen.

Es entwickelte sich ein intensives und umkämpftes Spiel, in dem Österreich alles investierte. Am Ende musste sich die Mannschaft dem Gastgeber mit 4:6 geschlagen geben.

Damit war die Ausgangslage vor dem letzten Spiel klar. Die Chancen auf die Weltmeisterschaft waren nur noch sehr gering – aber die Mannschaft hatte noch eine Aufgabe zu erledigen.

Charakter gezeigt

Nur einen Tag nach der bitteren Niederlage gegen Estland musste Österreich gegen die Ukraine antreten.

Das sind jene Spiele, die für eine junge Mannschaft besonders schwierig sind. Die Enttäuschung sitzt tief, das große Ziel ist möglicherweise bereits außer Reichweite – und trotzdem muss man noch einmal alles abrufen.

Österreich tat genau das.

Mit einem überzeugenden 6:2 gegen die Ukraine zeigte die Mannschaft noch einmal ihre Qualität und vor allem ihren Charakter.

Aufgeben war keine Option.

Österreich beendete die Qualifikation damit mit sechs Punkten und einem positiven Gefühl. Die WM in Lettland wurde zwar verpasst, doch das Team verabschiedete sich mit einer Leistung, die Mut macht.

Elias Kronig als bester Spieler des Turniers ausgezeichnet

Eine besondere Auszeichnung gab es am Ende für Elias Kronig vom VSV.

Der österreichische Nationalspieler wurde zum besten Spieler des gesamten Turniers gewählt.

Eine großartige persönliche Auszeichnung – und gleichzeitig eine schöne Anerkennung für die Qualität, die in diesem österreichischen Team steckt.

„Jeder kann stolz auf sich sein“

Auch ÖFBV-Generalsekretär Gerold Rachlinger zieht trotz der verpassten Qualifikation ein positives Fazit:

„Die Jungs haben hervorragend gekämpft und gespielt. Jeder kann stolz auf sich sein. Die Spieler haben sich in den letzten Lehrgängen super weiterentwickelt.“

Natürlich schmerzt es, wenn ein großes Ziel so knapp verpasst wird. Gerade deshalb ist es wichtig, jetzt die richtige Reaktion zu zeigen.

„Wenn man so knapp scheitert, neigt man dazu, zu lange daran zu denken. Das bringt aber für die Zukunft nichts. Von ‚Hättiwari‘ können wir uns nicht weiterentwickeln.“

Diese Haltung soll auch der Weg für die nächsten Monate sein.

Nicht zurückblicken. Weiterarbeiten. Weiterentwickeln. Wieder angreifen.

Die nächste Qualifikation beginnt heute

Und deshalb wartet bereits die nächste Aufgabe.

Heute beginnt die Vorbereitung auf die nächste WM-Qualifikation.

Die nächste U19-Weltmeisterschaft findet in Singapur statt. Ob Österreich die nächste Qualifikation wieder selbst im eigenen Land veranstalten wird, ist derzeit noch nicht endgültig geklärt.

Was bereits feststeht: Für viele Spieler dieser Mannschaft beginnt damit schon jetzt der nächste Anlauf.

Denn zahlreiche Akteure, die in Estland dabei waren, werden in genau einem Jahr erneut die Möglichkeit haben, um ein WM-Ticket zu kämpfen.

Die Erfahrungen aus Estland können dabei ein enormer Vorteil sein.

Entwicklung endet nicht mit einer Qualifikation

Für den ÖFBV geht es deshalb längst um mehr als nur das nächste Turnier.

Ein wichtiger Baustein ist das Trainerteam. Der Verband möchte künftig noch mehr österreichische Trainer in den Betreuerstab der Nationalmannschaften integrieren.

Denn Nationalteamarbeit soll nicht an der Hallentür enden.

Erfahrungen, Trainingsmethoden und internationale Erkenntnisse sollen zurück in die Vereine fließen – und dort die nächste Generation besser machen.

Auch die weitere Zusammenarbeit mit Roly Fust ist derzeit noch nicht endgültig geklärt.

Der Schweizer mit österreichischen Wurzeln ist in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Bestandteil der Entwicklung des österreichischen Floorballsports geworden. Zahlreiche Spieler der Jahrgänge 2004 bis 2011 profitieren in ihren Trainings unmittelbar von seiner Erfahrung und seinem Know-how.

Gemeinsam mit Roly Fust arbeitet der ÖFBV daran, das Nachwuchssystem in Österreich weiterzuentwickeln und neu aufzustellen.

Dieser Prozess ist bereits weit fortgeschritten.

Der nächste Schritt beginnt im Nachwuchs

Ein wichtiger Bestandteil dieser Entwicklung sind die U17-Auswahl und die regionalen U15-Teams.

Sie schaffen zusätzliche Möglichkeiten für Spieler, sich frühzeitig auf höherem Niveau zu entwickeln, Erfahrungen zu sammeln und sich mit den besten Spielern ihres Jahrgangs zu messen.

Genau diese Strukturen sind es, die langfristig den Unterschied machen können.

Denn internationale Erfolge entstehen nicht erst bei einer Weltmeisterschaft. Sie entstehen Jahre davor – in den Vereinen, in den Trainingshallen, in den Auswahlteams und durch die tägliche Arbeit von Spielern und Trainern.

Kopf hoch. Weiter geht’s!

Die österreichische U19 hat in Estland gezeigt, dass sie international mithalten kann.

Sie hat gegen Großbritannien und Slowenien gepunktet, Ungarn klar geschlagen, dem Gastgeber Estland einen großen Kampf geliefert und die Ukraine zum Abschluss souverän besiegt.

Sechs Punkte. Nur eine Niederlage. Und ein Spieler aus Österreich wurde zum besten Spieler des Turniers gewählt.

Das WM-Ticket fehlt.

Aber die Entwicklung ist da.

Und genau darauf gilt es jetzt aufzubauen.

Die Enttäuschung darf kurz sein. Der Stolz darf bleiben. Und dann geht es wieder los.

Die nächste Qualifikation wartet bereits.

Für viele dieser Spieler beginnt heute der Weg zur nächsten Chance.

Singapur ist das Ziel. Der Weg dorthin beginnt jetzt. 🇦🇹🏑

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