Regelupdate 2026: Die wichtigsten Änderungen für Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter

Mit dem IFF Way of Refereeing Vol. 3 – Regelupdate 2026 gibt es eine Reihe wichtiger Anpassungen und Präzisierungen für die Leitung von Floorballspielen. Für Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter bedeutet das, sich mit den neuen beziehungsweise konkretisierten Bestimmungen intensiv auseinanderzusetzen.

Im Fokus stehen unter anderem Halten, Bodenspiel, Strafen und Equipment. Darüber hinaus gibt es wichtige Bestimmungen zu Wechselzonen, Timeouts, Torhüterschutz, Penalty Shots, Bankverhalten und Matchstrafen.

Wechselzonen

Die Wechselzonen umfassen die Spielerbänke und haben eine Länge von 10 Metern. Sie werden entlang einer der Längsseiten des Spielfeldes markiert. Die Wechselzone beginnt 5 Meter von der Mittellinie entfernt und endet an der gedachten verlängerten Torlinie.

Timeout – präzisierte Definition

Ein beantragtes Timeout ist grundsätzlich immer durchzuführen.

Ausnahmen bestehen:

  • nach einem Tor,
  • wenn ein Penalty Shot verhängt wurde,
  • wenn die Mannschaft ihren Antrag zurückzieht,
  • oder wenn die nächste Unterbrechung gleichzeitig das Ende des Spielabschnitts darstellt. In diesem Fall wird das Timeout automatisch aufgehoben.

Dies gilt auch für einen möglichen Seitenwechsel in der Mitte eines Spielabschnitts.

Das Timeout beginnt mit dem zusätzlichen Signal der Schiedsrichter, sobald sich die Mannschaften in ihren Wechselzonen und die Schiedsrichter beim Spielsekretariat befinden.

Rolle der Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter

Ein Spiel wird von zwei gleichberechtigten Schiedsrichtern geleitet und kontrolliert. Sie setzen die Spielregeln durch und kontrollieren das Spiel in Zusammenarbeit mit den weiteren Spieloffiziellen, insbesondere dem Spielsekretariat und dem Zeitnehmer.

Die Schiedsrichter haben das Recht, ein Spiel abzubrechen beziehungsweise zu stoppen, wenn ein offensichtliches Risiko besteht, dass das Spiel nicht regelkonform fortgesetzt werden kann.

Die Schiedsrichter besitzen außerdem die Befugnis, vor, während und nach dem Spiel disziplinarische Maßnahmen zu setzen.

Ausrüstung – Dressen und Stutzen

Alle Stutzen beziehungsweise Socken einer Mannschaft müssen dieselbe Farbe haben. Wenn dies von der zuständigen administrierenden Stelle vorgeschrieben wird, müssen sie außerdem von jenen der gegnerischen Mannschaft unterscheidbar sein.

Für die praktische Umsetzung bedeutet das:

Die Länge der Stutzen ist nicht entscheidend – ausschlaggebend ist die Farbe.

Viele Ausrüster bieten unterschiedliche Socken- beziehungsweise Stutzenlängen an.

Besonders wichtig ist die Regelung bei Blut auf der Ausrüstung: Ein Spieler mit sichtbarem Blut auf einem Ausrüstungsgegenstand darf nicht am Spiel teilnehmen, bis die betreffende Ausrüstung gereinigt oder ausgetauscht wurde.

Torhüter-Equipment

Torhüter dürfen jede Art von Schutzausrüstung verwenden, die den IFF Material Regulations entspricht. Nicht erlaubt sind jedoch Ausrüstungsteile, die dazu bestimmt sind, das Tor zusätzlich abzudecken.

Ein Helm und dünne Handschuhe sind erlaubt.

Die Schutzausrüstung des Torhüters muss der Körperform entsprechen und darf nicht mehr Fläche abdecken als der Körper selbst.

Dazu zählen insbesondere folgende nicht zulässige Veränderungen beziehungsweise Ausführungen:

  • übergroße Kleidung,
  • Schulterpolster, welche die Schulterlinie in irgendeine Richtung vergrößern,
  • doppelt verwendete Schutzausrüstung.

Bei Torhüterhosen müssen Reißverschlüsse, Taschen, Riemen, Klettverschlüsse und vergleichbare Elemente geschlossen und festgezogen sein.

Besondere Aufmerksamkeit sollte auf Ausrüstung unbekannter Hersteller gelegt werden.

Alle Formen von haftenden oder die Reibung verändernden Substanzen, beispielsweise Silikon-Schmiermittel, sind verboten.

Auf oder im Tor dürfen keine Gegenstände aufbewahrt werden. Flaschen sind daher beispielsweise hinter der Bande zu platzieren.

Schmuck bei Feldspielerinnen und Feldspielern

Schmuck ist nicht gestattet.

Dazu zählen unter anderem:

  • Halsketten,
  • Ringe,
  • Armbänder,
  • Ohrringe,
  • Lederbänder,
  • Gummibänder.

Diese Gegenstände müssen entfernt werden.

Das Abkleben von Schmuck mit Tape ist nicht erlaubt.

Im Interesse der Sicherheit der Spieler werden die Schiedsrichter ausdrücklich dazu aufgefordert, die Spieler zu kontrollieren und entsprechend zu handeln.

Für die ersten Ligaspiele soll besonders auf diese Regelung geachtet werden, bis sie allen Beteiligten ausreichend bekannt ist. Der Fokus soll insbesondere auf offensichtlich großem beziehungsweise schwerem Schmuck liegen, bei dem ein Verletzungsrisiko besteht.

Bully – einmal bestimmter Spieler bleibt

Sobald ein Spieler für die Durchführung eines Bullys bestimmt wurde, darf dieser Spieler nicht mehr gewechselt werden.

Freischlag und Fair Play

Verzichtet eine Mannschaft aus Gründen des Fair Play auf ihr Recht zur Spielfortsetzung, erfolgt die Fortsetzung durch ein Bully.

Hier ist eine klare Kommunikation durch die Schiedsrichter wichtig.

Freischlag – unkorrekte Ausführung

Wird ein Einschlag oder Freischlag vom falschen Ort ausgeführt oder ist der Ball nicht vollständig ruhig, kann die Ausführung wiederholt werden.

Wird ein Einschlag oder Freischlag jedoch von einem offensichtlich falschen Ort ausgeführt, um dadurch einen erheblichen Vorteil zu erlangen, gilt die Ausführung als unkorrekt.

Wenn das Spiel nach Ansicht der Schiedsrichter dadurch nicht beeinflusst wird, muss der Ball weder vollständig ruhig noch exakt am richtigen Ort liegen.

Wird ein Bully, Einschlag oder Freischlag unkorrekt ausgeführt oder absichtlich verzögert, wird die Vorteilsregel nicht angewendet.

Für die Umsetzung bedeutet das insbesondere: Wird ein Freischlag an einem völlig falschen Punkt des Spielfeldes ausgeführt und dient dies offensichtlich dazu, einen Vorteil zu erzielen, wechselt das Angriffsrecht.

Ein korrektes Spotting durch die Schiedsrichter ist deshalb besonders wichtig.

Halten

Eine wichtige Präzisierung betrifft das Halten eines Gegenspielers oder dessen Stocks.

Darunter fällt, wenn ein Spieler seinen Arm oder seine Hand verwendet, um einen Gegenspieler:

  • festzuhalten,
  • zu ziehen,
  • zu zerren,
  • zu greifen,
  • oder ihn körperlich daran zu hindern, sich frei zu bewegen.

Ebenfalls darunter fällt, wenn ein Spieler mit Arm oder Hand den Stock des Gegners abwehrt beziehungsweise wegdrückt, ohne ihn festzuhalten.

Wann gibt es zwei Minuten?

Eine 2-Minuten-Strafe ist vorgesehen, wenn ein Spieler seinen Arm oder seine Hand zum Halten, Ziehen, Zerren, Greifen oder körperlichen Einschränken eines Gegenspielers verwendet und dadurch einen erheblichen Vorteil erzielt oder keine Möglichkeit besteht, den Ball zu erreichen.

Ebenfalls eingeschlossen ist das Greifen des gegnerischen Stocks.

Screening des Torhüters

Als Screening gilt unter anderem, wenn die angreifende Mannschaft bei einem Freischlag innerhalb von 3,5 Metern vom Torhüterraum die Bildung einer Verteidigungslinie verhindert oder behindert.

Ebenfalls darunter fällt, wenn ein Spieler der angreifenden Mannschaft aktiv und wiederholt den Bewegungen des Torhüters folgt, wobei das alleinige Ziel darin besteht, dem Torhüter die Sicht zu nehmen.

Wichtig für die Beurteilung:

Ballorientiertes Verhalten im Torraum sowie Zweikämpfe im Torraum sind kein Screening.

Screening beginnt dann, wenn der Fokus auf Ball beziehungsweise Spiel verloren geht und nur noch darauf ausgerichtet ist, die Sicht des Torhüters zu behindern. Es muss eine klare Orientierung des Spielers am Torhüter erkennbar sein.

Schutzraum

Ein Vergehen liegt vor, wenn sich ein Feldspieler im Torhüterraum beziehungsweise in jenem Bereich befindet oder diesen durchquert, in dem normalerweise das Tor steht.

Diese Regel betrifft insbesondere die Offensive.

Bereits die Berührung der Linie führt zu einem Schutzraumvergehen.

Der Stock gilt dabei nicht als Körperteil und darf sich im Schutzraum befinden.

Schutz der Torhüter

Eine 2-Minuten-Strafe ist auch dann vorgesehen, wenn ein angreifender Spieler keinen angemessenen Versuch unternimmt, einen Körperkontakt mit dem Torhüter innerhalb des Torraums zu vermeiden – außer der Körperkontakt ist geringfügig.

Der Versuch, den Kontakt zu vermeiden, muss klar erkennbar sein.

Bodenspiel

Beim Bodenspiel wird zwischen Situationen unterschieden, die zu einem Freischlag führen, und solchen, die eine 2-Minuten-Strafe nach sich ziehen.

Freischlag

Ein Vergehen liegt vor, wenn ein Spieler den Boden mit mehr als folgenden erlaubten Körperteilen berührt:

  • den Füßen,
  • einem Knie samt Unterschenkel,
  • sowie der stockführenden Hand.

Ein Freischlag ist vorgesehen, wenn ein Feldspieler, der den Ball unter Kontrolle hat oder versucht, den Ball regelkonform zu spielen, mit beiden Knien oder mit einer Hand – ausgenommen die stockführende Hand – den Boden berührt.

Dies umfasst auch eine Situation, in der ein verteidigender Spieler den Ball regelkonform spielt, die Art der Aktion aber unvermeidlich dazu führt, dass der Spieler anschließend am Boden liegt.

Zwei-Minuten-Strafe

Eine 2-Minuten-Strafe ist vorgesehen, wenn ein Feldspieler den Ball im Liegen spielt und dadurch einen erheblichen Vorteil erzielt, sich hinlegt oder hinsetzt und den Ball stoppt oder spielt beziehungsweise die Spielsituation auf andere Weise beeinflusst.

Dies umfasst auch Situationen, in denen ein Spieler eine Spielsituation beeinflusst, ohne den Ball zwingend zu spielen.

Ebenfalls eingeschlossen ist das Stoppen oder Spielen des Balles mit beiden Knien oder mit einer Hand auf dem Boden – ausgenommen die stockführende Hand.

Penalty Shot

Der Penalty Shot wird mit dem Stock von einem gedachten Punkt fünf Meter von der Mittellinie entfernt und mittig zwischen den beiden Längsseiten gestartet.

Zur Orientierung kann der Beginn der Wechselzonen herangezogen werden.

Beginnt der Spieler den Penalty Shot mit dem Fuß, muss der Penalty Shot wiederholt werden.

Zorro-Bewegung

Eine Zorro-artige Bewegung, bei der der Ball auf der Schaufel liegen bleibt und während des Penalty Shots in der Luft mehr als einmal seine Richtung ändert, ist nicht erlaubt.

Das Wischen beziehungsweise Ziehen des Balles am Boden ist hingegen erlaubt. Ebenfalls erlaubt ist eine Abschlussbewegung nach vorne.

Aufgeschobene Strafen

Wird eine aufgeschobene Strafe vollzogen, weil die fehlbare Mannschaft den Ball erlangt und kontrolliert beziehungsweise den Ball kontrolliert spielt, oder wird das Spiel aufgrund eines Ereignisses unterbrochen, das zu einem Einschlag führt, wird das Spiel mit einem Einschlag für die nicht fehlbare Mannschaft fortgesetzt.

Dieser Einschlag wird am nächstgelegenen Bullypunkt ausgeführt, abhängig davon, wo sich der Ball zum Zeitpunkt der Unterbrechung befand.

Das verteidigende Team muss dabei klar die Kontrolle über den Ball erlangen.

Auch ein Fehlschuss des angreifenden Teams führt zu einem Freischlag für die Mannschaft in Überzahl.

Zeitgleiche Bankstrafen

Zeitgleiche Bankstrafen, die sich zwischen den Mannschaften entsprechen und während derselben Spielunterbrechung ausgesprochen werden, beeinflussen die Anzahl der Spieler auf dem Spielfeld nicht und werden wie persönliche Strafen behandelt.

Die Strafen werden in jener Reihenfolge einander zugeordnet, in der sie ausgesprochen wurden. Große Bankstrafen werden dabei vor kleinen Bankstrafen zugeordnet.

Jede Bankstrafe ist nach Möglichkeit einer entsprechenden Strafe der anderen Mannschaft zuzuordnen, sodass nur die Nettodifferenz der Bankstrafen Auswirkungen auf die Anzahl der Spieler auf dem Spielfeld hat.

Zeitgleiche Bankstrafen werden weiterhin als Bankstrafen im Spielbericht vermerkt.

Sie werden durch ein erzieltes Tor nicht beeinflusst.

Aufheben von Bankstrafen – große Bankstrafen

Hat eine Mannschaft mehr als eine Bankstrafe, enden diese entsprechend der verbleibenden Strafzeit, beginnend mit der kürzesten verbleibenden Strafzeit.

Große Bankstrafen werden dabei als eine Strafe betrachtet, wobei nur eine ihrer Bankstrafen beendet werden kann.

Für die Umsetzung bei einer 2+2-Minuten-Strafe gilt: Diese wird als vier Minuten betrachtet. Wird zwischenzeitlich noch eine kleine Bankstrafe über zwei Minuten abgesessen, ist diese zuerst aufzulösen, sofern die 2+2-Minuten-Strafe zum Zeitpunkt des Aussprechens der kleinen Strafe noch eine Restzeit von mehr als zwei Minuten aufweist.

Materialkontrolle auf Anfrage des Kapitäns

Ein Mannschaftskapitän kann unter anderem die Kontrolle folgender Ausrüstung verlangen:

  • Schaufelkrümmung,
  • Schaft-/Schaufel-Kombination,
  • Gitter der Gesichtsmaske,
  • Zulassungskennzeichnung eines Stocks,
  • Zulassungskennzeichnung einer Gesichtsmaske,
  • Manipulationen an Stock oder Schaufel.

Wird bei der verlangten Kontrolle festgestellt, dass die kontrollierte Ausrüstung korrekt ist und somit kein Vergehen vorliegt, muss der Mannschaftskapitän die Strafe absitzen.

Diese kleine Bankstrafe muss vom Kapitän selbst abgesessen werden – außer der Kapitän ist der Torhüter.

Zu viele Spieler auf dem Feld

Die Bestimmung umfasst auch Situationen, in denen ein Spieler in der Wechselzone oder im Bereich der Strafbank einen Fuß auf die Bande stellt oder mit irgendeinem Körper- oder Ausrüstungsteil die vertikale Ebene der Bande überschreitet.

Dabei spielt es keine Rolle, ob das Spiel dadurch beeinflusst wird.

Es wird jeweils nur ein Spieler gleichzeitig bestraft.

Für die praktische Umsetzung wird auf eine gute Kommunikation hingewiesen. Da bei uns viele Spieler beziehungsweise Betreuer ihre Füße auf die Bande stellen, soll zunächst klar kommuniziert und auch mehrfach – zwei- bis dreimal – ermahnt werden.

Verhalten auf der Bank

Auch für Mitglieder des Teamstaffs gelten klare Vorgaben.

Dazu zählt, wenn ein Mitglied des Teamstaffs in der Wechselzone:

  • einen Fuß auf die Bande stellt,
  • mit einem Körper- oder Ausrüstungsteil die vertikale Ebene der Bande überschreitet,
  • trotz Aufforderung der Schiedsrichter nicht hinter der Spielerbank steht,
  • oder sich in einer erhöhten Position befindet.

Dabei ist unerheblich, ob das Spiel dadurch beeinflusst wird.

Es wird jeweils nur ein Mitglied des Teamstaffs gleichzeitig bestraft.

Die Bestimmung umfasst auch Spieler, die nicht auf der Bank sitzen. Ausnahmen bestehen im Zusammenhang mit einem Spielerwechsel oder wenn das Aufstehen aus anderen Gründen eindeutig notwendig ist, beispielsweise um einen neuen Stock zu holen, die Toilette aufzusuchen oder eine Verletzung behandeln zu lassen.

Die Schiedsrichter sollen die Mannschaft nach Möglichkeit informieren beziehungsweise verwarnen, bevor eine Maßnahme gesetzt wird.

Umsetzung im ÖFBV

Vor dem Spiel soll eine klare Kommunikation mit den Teams erfolgen.

Auch bevor Strafen ausgesprochen werden, soll entsprechend kommuniziert werden.

Sollten es die Gegebenheiten in einer Halle nicht ermöglichen, dürfen Spieler beziehungsweise Betreuer auch neben der Spielerbank stehen.

Auch Ersatzspieler und Ersatztorhüter dürfen aufstehen. Sie müssen sich allerdings hinter der Bank beziehungsweise – wenn dies nicht möglich ist – neben der Bank aufhalten.

Sie dürfen nicht direkt an der Bande stehen.

Direkt an der Bande stehen ausschließlich die Wechselspieler.

10-Minuten-Strafen – provokanter Jubel und unsportliches Verhalten

Unsportliches Verhalten umfasst beleidigendes oder unfaires Verhalten gegenüber:

  • Schiedsrichtern,
  • Spielern,
  • Teamstaff,
  • Offiziellen,
  • Zuschauern und anderen Beteiligten.

Dazu zählt auch ein provokanter, höhnischer oder aufhetzender Torjubel.

Ebenso umfasst unsportliches Verhalten:

  • absichtliches Treten gegen die Bande oder das Tor,
  • absichtliches Umstoßen beziehungsweise Schlagen gegen Bande oder Tor,
  • absichtliches und kontrolliertes Zerbrechen eines Stocks oder anderer Ausrüstung,
  • das Werfen eines Stocks oder eines anderen Ausrüstungsgegenstands – auch während einer Spielunterbrechung oder innerhalb der Wechselzone.

Das bewusste Zerbrechen eines Stocks muss somit nicht mehr zwingend mit einer Matchstrafe geahndet werden.

Ende einer 10-Minuten-Strafe

Läuft eine persönliche Strafe ab, darf der betreffende Spieler das Spielfeld nicht betreten, bevor er von den Schiedsrichtern zugelassen wurde.

Die Schiedsrichter sollen gemeinsam mit dem Spielsekretariat einem Spieler, dessen persönliche Strafe während des laufenden Spiels abgelaufen ist, ermöglichen, die Strafbank bei der ersten geeigneten Situation zu verlassen, in der dies nach Ansicht der Schiedsrichter keinen negativen Einfluss auf den Spielfluss hat.

Freischläge in der eigenen Hälfte der verteidigenden Mannschaft bieten sich dafür an.

Entscheidend ist eine klare Kommunikation zwischen Spieler, Spielsekretariat, Mannschaften und Schiedsrichtern.

Persönliche Strafen gegen Betreuer

Erhält ein Mitglied des Teamstaffs eine persönliche Strafe, muss es unverzüglich in die Umkleidekabine gehen und darf anschließend nicht mehr am Spiel teilnehmen.

Der Mannschaftskapitän bestimmt einen noch nicht bestraften Feldspieler, der die Bankstrafe absitzt.

Nach dem Verlassen des Spielfeldes liegt die Verantwortung für die Durchsetzung der Strafe beim Veranstalter beziehungsweise Ordnerdienst.

Instigating – Anzetteln einer Auseinandersetzung

Eine Strafe kann ausgesprochen werden, wenn ein Spieler als Anstifter einer Auseinandersetzung handelt.

Diese Strafe kann im Zusammenhang mit einer Auseinandersetzung nur gegen einen Spieler ausgesprochen werden.

Die Schiedsrichter entscheiden, was als Auseinandersetzung gilt.

Eine Auseinandersetzung muss nicht zwingend einen Anstifter haben. Ebenso ist es nicht erforderlich, dass weitere Strafen ausgesprochen werden.

Führt jene Aktion, welche die Auseinandersetzung ausgelöst hat, bereits zu einer anderen Strafe, wird die kleine Strafe für das Anzetteln zusätzlich ausgesprochen.

Ist klar erkennbar, welcher Spieler für eine Auseinandersetzung verantwortlich ist, kann die Strafe zusätzlich zum eigentlichen Vergehen ausgesprochen werden.

Auch bei wiederholten kleineren Vorfällen kann diese Strafe alleine ausgesprochen werden.

Beispiel: Instigating und zeitgleiche Strafen

Spieler 1 von Team A verursacht die Auseinandersetzung und erhält:

2 Minuten Instigating + 2 Minuten Stoßen.

Spieler 1 von Team B erhält:

2 Minuten für Stoßen.

Spieler 2 von Team A sitzt für Spieler 1 von Team A die Feldunterlegenheit beziehungsweise das Powerplay aufgrund des Instigating ab.

Nach zwei Minuten Powerplay darf Spieler 2 von Team A das Spielfeld regulär betreten.

Spieler 1 von Team B wird bei der ersten aus Sicht der Schiedsrichter geeigneten Unterbrechung zurück auf die Bank geschickt.

Spieler 1 von Team A wird nach weiteren zwei Minuten bei der ersten aus Sicht der Schiedsrichter geeigneten Unterbrechung zurück auf die Bank geschickt.

Empty Net – zugesprochenes Tor

Ein Tor wird zugesprochen, wenn der Torhüter durch einen Feldspieler ersetzt wurde und ein Spieler der verteidigenden Mannschaft ein Vergehen begeht, das zu einem Penalty Shot führen würde.

Das zugesprochene Tor ersetzt den Penalty Shot.

Es genügt, wenn es sich in der betreffenden Situation um eine Torchance handelt.

Darüber hinaus dürfen auch Torhüter mit einem Auswurf ein Tor erzielen. Der Ball muss dabei vor der Mittellinie aufkommen.

Matchstrafen nach Spielende

Vergehen, die zu einer Matchstrafe führen und nach dem Spiel begangen werden, während sich Schiedsrichter, Spieler oder Teamstaff noch auf dem Spielfeld befinden, führen weiterhin zu einer Matchstrafe.

Dem betreffenden Spieler wird die Rote Karte gezeigt und die Matchstrafe wird im Spielbericht vermerkt.

Die Matchstrafe führt zu einer Sperre für das folgende Spiel im selben Wettbewerb sowie gegebenenfalls zu weiteren Sanktionen entsprechend den Bedingungen und Abläufen der zuständigen administrierenden Stelle.

Die Verantwortung der Schiedsrichter besteht damit weiter, bis die Spieler das Spielfeld verlassen haben.

Penaltyschießen nach der Overtime

Die Schiedsrichter entscheiden, welches Tor für das Penaltyschießen verwendet wird, und führen zwischen den Mannschaftskapitänen einen Losentscheid durch.

Der Gewinner des Losentscheids entscheidet, welche Mannschaft mit den Penalty Shots beginnt.

Die zusätzlichen Penalty Shots können von jedem Feldspieler ausgeführt werden. Ein Spieler darf dabei auch mehrere Penalty Shots ausführen.

Für die Umsetzung bedeutet dies:

Besteht nach den fünf vorgesehenen Penaltyschützen weiterhin Gleichstand, kann der Trainer im anschließenden Sudden-Death-Modus jeden beliebigen Feldspieler als Schützen bestimmen.

Dabei sind auch mehrfache Penalty Shots desselben Spielers möglich.

Rückfragen zum Regelupdate

Bei Fragen zu den neuen beziehungsweise präzisierten Regelbestimmungen können sich Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter an das Schiedsrichterwesen des ÖFBV wenden:

referee@floorball.at

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