ÖFBV passt Kommunikation an und bekräftigt klare Haltung zu Respekt im Floorball

4 Minuten Lesezeit

ÖFBV passt Kommunikation an und bekräftigt klare Haltung zu Respekt im Floorball

Der Österreichische Floorball Verband (ÖFBV) nimmt Bezug auf die Feststellungen des unabhängigen Strafsenats im Zusammenhang mit einem kürzlich behandelten Verfahren rund um einen Social-Media-Beitrag eines Vereins.

Im Zuge der Aufarbeitung wurde nicht nur der inhaltliche Vorfall beurteilt, sondern auch die öffentliche Kommunikation des Verbandes reflektiert. Der Strafsenat hat dabei festgestellt, dass die am 07.04.2026 veröffentlichte Stellungnahme des ÖFBV in Tonalität, Detailgrad und Zeitpunkt aus heutiger Sicht sensibler hätte gestaltet werden können – insbesondere vor dem Hintergrund, dass das Verfahren zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen war.

Der ÖFBV nimmt diese Einschätzung ernst und hat eine entsprechende Veröffentlichung auf der Website veröffentlich. Ziel ist es, zukünftige Kommunikationsmaßnahmen in vergleichbaren Situationen noch klarer entlang der Grundsätze von Sachlichkeit, Verhältnismäßigkeit und Fairness auszurichten.

Sachverhalt und Entscheidung des Strafsenats

Ausgangspunkt des Verfahrens war die Veröffentlichung eines Videos auf Social Media, in dem das Schiedsrichterwesen des ÖFBV in respektloser und diffamierender Weise dargestellt wurde. Der ÖFBV hatte diesen Vorfall dem unabhängigen Strafsenat zur Prüfung übergeben.

Der Strafsenat stellte in seinem Spruch fest, dass durch die Erstellung und Veröffentlichung des Videos mehrfach gegen den Code of Conduct des ÖFBV verstoßen wurde – insbesondere gegen die Grundsätze des respektvollen Umgangs, die Wahrung des Ansehens des Verbandes sowie die Vorbildfunktion im Sport und im digitalen Raum.

Als Maßnahme wurde festgelegt, dass der betroffene Verein einen Verhaltenskodex für die Erstellung und Veröffentlichung von Video- und Social-Media-Inhalten auszuarbeiten und dem Verband vorzulegen hat.

Einordnung der Kommunikation und Reaktion des Vereins

Gleichzeitig wurde im Rahmen der Beurteilung hervorgehoben, dass der betroffene Verein unmittelbar auf den Vorfall reagiert, den betreffenden Beitrag entfernt und seine Kooperationsbereitschaft klar signalisiert hat. Diese eigenständige Reaktion wird vom ÖFBV ausdrücklich zur Kenntnis genommen.

Der Verband stellt klar, dass in seiner ursprünglichen Kommunikation keine namentliche Nennung der beteiligten Spielerinnen erfolgt ist. Damit wurde bewusst darauf geachtet, den Fokus auf das Verhalten und die grundsätzliche Thematik zu legen – und nicht auf einzelne Personen.

Lernen für die Zukunft

Der Strafsenat betont, dass öffentliche Kommunikation zu laufenden Verfahren ein besonders hohes Maß an Zurückhaltung erfordert. Dies betrifft insbesondere:

  • den Schutz eines fairen Verfahrens,
  • die Vermeidung von Vorverurteilungen sowie
  • den verantwortungsvollen Umgang mit der öffentlichen Wahrnehmung von Vereinen und Personen.

Der ÖFBV sieht diese Hinweise als wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der eigenen Kommunikationsstrategie. Ziel bleibt es, auch in sensiblen Situationen eine klare Haltung zu zeigen und gleichzeitig den hohen Ansprüchen an Fairness und Objektivität gerecht zu werden.

Klare Wertebasis bleibt bestehen

Unabhängig von der kommunikativen Einordnung bekräftigt der ÖFBV seine zentrale Haltung:

Respekt gegenüber Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern ist eine unverzichtbare Grundlage des Floorballsports. Ohne ihre Arbeit ist ein geordneter Spielbetrieb nicht möglich.

Der Code of Conduct des ÖFBV gilt uneingeschränkt – sowohl auf dem Spielfeld als auch im digitalen Raum. Alle Beteiligten im österreichischen Floorball sind aufgefordert, diese Werte aktiv zu leben und ihrer Vorbildfunktion gerecht zu werden.

Der Verband wird auch weiterhin konsequent gegen Verstöße vorgehen und gleichzeitig daran arbeiten, seine Kommunikation im Sinne von Transparenz, Fairness und Professionalität kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Die Strafe gegen den FBC Dragons ist bewusst entwicklungsorientiert und nicht primär finanziell oder sportlich sanktionierend ausgefallen.

Konkret hat der Strafsenat folgende Maßnahme ausgesprochen:

👉 Der Verein muss einen verbindlichen Verhaltenskodex für die Erstellung und Veröffentlichung von Video- und Social-Media-Inhalten ausarbeiten und diesen schriftlich beim ÖFBV vorlegen.

Einordnung der Strafe:

  • Es handelt sich um eine auflagenbasierte Maßnahme, keine Geldstrafe oder Punkteabzug.
  • Der Fokus liegt klar auf Prävention und Bewusstseinsbildung.
  • Ziel ist es, zukünftige Vorfälle zu vermeiden und den Umgang mit digitalen Inhalten im Sinne des Code of Conduct zu professionalisieren.

Damit setzt der Strafsenat ein klares Signal:
Fehlverhalten – insbesondere im öffentlichen und digitalen Raum – wird ernst genommen, gleichzeitig soll aber eine nachhaltige Weiterentwicklung im Verein angestoßen werden.

Diese Art der Sanktion passt auch zur Gesamtbewertung des Falls, da der Verein rasch reagiert und den Beitrag entfernt hat, was im Verfahren entsprechend berücksichtigt wurde.

Mehr News

IFL: Wien gegen Kärnten – ein Wochenende voller Brisanz und Emotionen!

Vier österreichische Teams, direkte Duelle und jede Menge Spannung: Am kommenden Wochenende steht in der International Floorball League …

Red Eagles wachsen weiter: Österreichs Floorball-Nachwuchs rückt näher zusammen

Von der U19 über die U17 bis zu den jüngsten Talenten: Die Red Eagles entwickeln sich weiter und …

Herren Bundesliga West: Rum lässt die Alligatoren von der Leine – VSV 2 jubelt in Mittersill

In der Herren Bundesliga West ging es am vergangenen Samstag, dem 24. Oktober, ordentlich zur Sache. Während die …

IFL: Slowenische Teams geben den Ton an – KAC gewinnt das Kärntner Derby!

Fünf Spiele, jede Menge Spannung und ein Kärntner Derby mit besonderer Brisanz: Das vergangene Floorball-Wochenende in der International …

Damen-IFL: München und HSI Wikings setzen sich an der Spitze ab

Das Topspiel zwischen dem W-IFL-Titelverteidiger FBC München und dem österreichischen Meister WFV, ein starkes Sechs-Punkte-Wochenende der HSI Wikings …

Floorball kennt kein Alter: Österreichs Masters wollen 2027 in Italien angreifen!

Schläger auspacken, alte Teamkollegen zusammentrommeln und ein neues Floorball-Abenteuer starten! Von 17. bis 20. September 2027 finden in …

Neuer Auftritt, klare Richtung: Die neue ÖFBV-Website ist online!

Mehr Sichtbarkeit für unsere Projekte, mehr Raum für Innovationen und ein klarer Blick auf die Zukunft des österreichischen …
Ein Redner im Sakko spricht auf einer Bühne in ein Mikrofon, hinter ihm ein Roll-up.

Förderperiode 2027–2030: ÖFBV stellt sich auf geringere staatliche Fördermittel ein

Die ersten Informationen zum Fördervolumen für 2027 liegen vor. Für den Österreichischen Floorball Verband bedeutet das eine Reduktion …
Das österreichische Damen-Nationalteam in roten Trikots, die beiden Torhüterinnen in Schwarz, aufgestellt in der Halle vor den Bannern des Verbands.

Damen-Nationalteam: Österreichs Kader für die WM-Qualifikation steht fest

Österreichs Damen-Nationalteam blickt der WM-Qualifikation in Spanien entgegen. Head Coach Jonathan Schneider und Assistant Coach Nicholas Jauck haben …

Österreichs Nationalteams im Großeinsatz: Innsbruck und Villach werden zu Floorball-Hotspots

Ein Wochenende, zwei Städte und jede Menge Nationalteam-Floorball: Während Österreichs Damen in Innsbruck die letzten Schritte Richtung WM-Qualifikation …