Good Governance

Wie der Verband geführt wird, und woran sich Vereine orientieren können.

Der Österreichische Floorball Verband hat Regelungen zur guten Verbandsführung veröffentlicht und umgesetzt. Sie sollen die eigenen Strukturen stärken und zugleich eine Orientierung für die Vereine sein.

Floorball wird auf dem Feld gespielt, aber ein großer Teil der Arbeit findet daneben statt. Je mehr öffentliche und private Geldgeber einen wirkungsorientierten Mitteleinsatz verlangen, desto wichtiger werden nachvollziehbare Entscheidungswege.

Was Good Governance bedeutet

Mehr als eine Organisationsstruktur.

Good Governance meint die verantwortungsvolle Gestaltung von Verwaltung und Entscheidungsfindung in einer Organisation. Neben dem wirtschaftlichen und verwaltungstechnischen Teil geht es vor allem darum, wie Entscheidungen zustande kommen.

Die ethische Seite

  • Transparenz in Entscheidungsprozessen
  • Einbeziehung gesellschaftlicher Gruppen und Minderheiten
  • Förderung von Demokratie, Menschenrechten und Partizipation
  • verantwortungsvoller Umgang mit finanziellen Mitteln

Woran sich der Verband orientiert

Drei Regelwerke.

Verhaltensleitlinien von Sport Austria

In einem partizipativen Prozess entwickelt: 26 österreichische Sportverbände waren beteiligt, die Zustimmung lag im Schnitt bei 82 Prozent. Beschlossen in der Generalversammlung im November 2021.

Good Governance Kodex von Sport Austria

Ein Regelwerk für die zeitgemäße Leitung und Aufsicht von Sportorganisationen.

NPO-Governance Kodex der WU Wien

Seit 2013 die Orientierung für gemeinnützige Organisationen. Der ÖFBV ist als Verband eine solche Organisation.

Die vier Grundsätze des NPO-Kodex

  • Gewaltenteilung in Entscheidungsprozessen
  • effiziente und verantwortungsvolle Führung und Aufsicht
  • Transparenz gegenüber Mitgliedern und Stakeholdern
  • Berücksichtigung aller Interessengruppen

Der vollständige Kodex steht bei der WU Wien.

Was der Verband davon hat

Drei Wirkungen.

Klarere Strukturen

Eine Organisation, die zielgerichtet arbeiten kann statt von Fall zu Fall.

Bessere Mittelverwendung

Die vorhandenen Ressourcen werden dort eingesetzt, wo sie wirken.

Längerer Horizont

Eine strategische Ausrichtung auf langfristige Ziele statt auf die nächste Saison.

Anti-Doping

Wer kontrolliert und wo die Regeln stehen.

Doping ist in Österreich gesetzlich geregelt. Kontrollen und Prävention liegen bei der NADA Austria, der Nationalen Anti-Doping Agentur. Sie arbeitet unabhängig von den Sportverbänden.

Der ÖFBV hat dazu einen Dopingpräventionsplan und eine Richtlinie zur Dopingprävention veröffentlicht. Beide stehen im Bereich Downloads. Ansprechpartner im Verband ist Gerold Rachlinger, erreichbar über office@floorball.at.

Die NADA Austria informiert auf nada.at über Kontrollen, verbotene Substanzen und Meldepflichten.

Europäische Vorarbeiten

Zwei EU-Projekte haben die Grundlagen gelegt.

Sport 4 Good Governance (S4GG), 2012 bis 2013: Das Projekt entwickelte einen Ausbildungskoffer mit Präsentationen zu Good Governance, Programmvorschlägen für Workshops, Selbstbewertungsprogrammen für Verbände sowie Best-Practice-Beispielen und Interviews.

SIGGS – Support the Implementation of Good Governance in Sport, 2015 bis 2017: Das Folgeprojekt entwickelte praxisnahe Anleitungen und ein Online-Selbstbewertungsprogramm, mit dem Verbände ihre Strukturen analysieren können.

Die Regelungen im Wortlaut

Die Good-Governance-Regelungen des ÖFBV und alle zugehörigen Dokumente stehen im Download-Bereich.