Frauen gestalten die Zukunft des Floorballs in Österreich

Der österreichische Floorball steht vor einer wichtigen Entwicklungsphase im Damenbereich. In den letzten Jahren ist der Sport kontinuierlich gewachsen, doch gerade im Frauen- und Mädchenbereich braucht es neue Impulse, engagierte Persönlichkeiten und vor allem starke Vorbilder. Genau hier setzt das neue Erasmus+ Projekt „Floorball Austria Female Empowerment (FAFE)“ an.

Das Programm verfolgt das Ziel, Frauen im österreichischen Floorball gezielt zu stärken, neue Führungspersönlichkeiten aufzubauen und jungen Spielerinnen Perspektiven zu eröffnen. Im Mittelpunkt steht dabei ein internationaler Austausch, der Frauen aus Österreich die Möglichkeit gibt, von etablierten Floorball-Nationen zu lernen und neue Ideen nach Österreich zu bringen.

Internationale Erfahrungen als Schlüssel zur Entwicklung

Ein zentraler Bestandteil des Programms ist ein Job-Shadowing-Aufenthalt in einem europäischen Top-Floorball-Land. Teilnehmerinnen erhalten dabei die Gelegenheit, Einblicke in erfolgreiche Vereinsstrukturen, Trainingsmethoden und Organisationsmodelle zu gewinnen. Ziel ist es, wertvolle Erfahrungen zu sammeln und diese anschließend in den österreichischen Vereinen und Strukturen weiterzugeben.

Der internationale Austausch soll Inspiration schaffen, Netzwerke aufbauen und Frauen ermutigen, Verantwortung im Sport zu übernehmen.

Gesucht: Frauen, die etwas bewegen wollen

Das Programm richtet sich bewusst an Frauen, die den Floorballsport aktiv mitgestalten möchten. Gesucht werden sowohl engagierte Führungspersönlichkeiten im Vereins- und Verbandsumfeld als auch junge Spielerinnen mit Vorbildfunktion, die andere Mädchen für den Sport begeistern können.

Gerade der Aufbau von weiblichen Vorbildern spielt eine entscheidende Rolle für die Zukunft des Sports. Wenn Mädchen sehen, dass Frauen Verantwortung übernehmen, Teams führen und Strukturen gestalten, entstehen neue Perspektiven für kommende Generationen.

Präsident Karl Zehetner: „Wir brauchen Vorbilder im Damensport“

Auch ÖFBV-Präsident Karl Zehetner unterstreicht die Bedeutung weiblicher Führungskräfte im Sport:

Wir brauchen im Damensport Führungskräfte, denen Mütter ihre Kinder anvertrauen. Ohne diese Persönlichkeiten wird sich der Damen-Floorballsport nicht weiterentwickeln.“

Diese Aussage bringt auf den Punkt, worum es im Kern geht: Vertrauen, Verantwortung und nachhaltige Strukturen für Mädchen und junge Frauen im Sport.

Gerold Rachlinger: „Die Zeit des Mitgestaltens ist jetzt“

Auch Generalsekretär Gerold Rachlinger sieht in diesem Programm einen wichtigen Schritt für die Zukunft des Damen-Floorballs:

Wir drehen uns aktuell etwas im Kreis. Es fehlt zum einen ein klares Bekenntnis vieler Vereine zum Damensport, aber auch Frauen, die bereit sind, andere Frauen aktiv auf ihrem Weg zu unterstützen und ihre Entwicklung zu fördern.“

Rachlinger betont dabei auch die strukturelle Herausforderung:

Wenn wir weiterhin fast ausschließlich Männer in Führungspositionen im Damensport haben, wird sich langfristig wenig verändern. Das FAFE-Programm bietet eine großartige Möglichkeit, hier erste Schritte zu setzen und neue Strukturen aufzubauen.“

Gleichzeitig richtet er einen klaren Appell an die Community:

Die Zeit des Forderns muss sich jetzt in eine Zeit des Mitanpackens verwandeln.“

Ein Impuls für die Zukunft des Damen-Floorballs

Das FAFE-Programm soll nicht nur einzelne Teilnehmerinnen fördern, sondern eine nachhaltige Entwicklung anstoßen. Ziel ist es, neue Netzwerke aufzubauen, mehr Frauen in verantwortungsvolle Rollen zu bringen und den Damen-Floorball in Österreich langfristig auf ein neues Niveau zu heben.

Der österreichische Floorball hat großes Potenzial – und dieses Potenzial kann sich nur dann entfalten, wenn engagierte Frauen bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und ihre Ideen einzubringen.

Das Projekt möchte genau diese Frauen finden, unterstützen und miteinander vernetzen. Denn die Zukunft des Damen-Floorballs entsteht dort, wo Menschen bereit sind, gemeinsam neue Wege zu gehen.

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