Förderperiode 2027–2030: ÖFBV stellt sich auf geringere staatliche Fördermittel ein

Förderperiode 2027–2030: ÖFBV stellt sich auf geringere staatliche Fördermittel ein

Die ersten Informationen zum Fördervolumen für 2027 liegen vor. Für den Österreichischen Floorball Verband bedeutet das eine Reduktion von 7,12 Prozent gegenüber den Vergleichswerten des Jahres 2026. Der ÖFBV bereitet nun das Budget für die kommenden Jahre vor. Gleichzeitig rückt die wirtschaftliche Eigenverantwortung der Landesverbände und Vereine stärker in den Mittelpunkt.

Am Montag, dem 19. Oktober, haben der Österreichische Floorball Verband und zahlreiche weitere nicht olympische Sportverbände erste Informationen über das Fördervolumen für das Jahr 2027 erhalten. Die angekündigten Einsparungen bedeuten für den ÖFBV eine Kürzung um 7,12 Prozent gegenüber den Vergleichswerten des laufenden Jahres.

Für Generalsekretär Gerold Rachlinger ist klar, dass diese Entwicklung eine Anpassung der finanziellen Planung notwendig macht. Gleichzeitig sieht er die Situation als Anlass, bestehende Strukturen und Finanzierungsmodelle kritisch zu hinterfragen.

„Wir dürfen uns jetzt nicht in eine Opferrolle begeben. Es liegt an uns, diese Einsparungen zu bewältigen. Ich appelliere deshalb an die Landesverbände und alle Vereine, endlich konsequent wirtschaftlich zu denken. Lizenzgebühren und Startgelder müssen angepasst beziehungsweise dort, wo es notwendig ist, überhaupt erst eingeführt werden“, erklärt Rachlinger.

Nachhaltige Finanzierung als gemeinsame Aufgabe

Die finanzielle Basis vieler Vereine steht zunehmend im Mittelpunkt. Nach Ansicht des ÖFBV-Generalsekretärs wird es langfristig nicht ausreichen, den laufenden Spielbetrieb und die Vereinsstrukturen ausschließlich über geringe Mitgliedsbeiträge zu finanzieren.

„Mit 60 Euro Jahresmitgliedschaft kann man keinen Verein nachhaltig wirtschaftlich führen. Unsere Informationen aus den Nachbarländern Ungarn und Tschechien zeigen, in welchen Größenordnungen sich die Beiträge dort bewegen können. In Budapest zahlt ein Erwachsener beispielsweise 770 Euro Jahresbeitrag, in Prag können für Nachwuchssportler bis zu 1.000 Euro pro Jahr anfallen. Gleichzeitig diskutieren wir in Österreich darüber, ob eine Nachwuchslizenz im Landesverband 25 Euro kosten darf. Diese Unterschiede müssen uns zu denken geben“, so Rachlinger.

Die genannten Beträge verdeutlichen aus Sicht des Generalsekretärs, wie unterschiedlich die Finanzierung des Sports organisiert sein kann. Dabei gehe es nicht darum, österreichische Beiträge pauschal auf das Niveau anderer Länder anzuheben. Vielmehr müsse eine ehrliche Diskussion darüber geführt werden, welche Kosten im Vereinsbetrieb tatsächlich entstehen und wie diese langfristig gedeckt werden können.

Es gehe auch nicht darum, Floorball für Kinder und Jugendliche unleistbar zu machen. Vielmehr brauche es tragfähige Finanzierungsmodelle, die den Vereinen ermöglichen, ihren Sportbetrieb langfristig abzusichern. Eine faire Verteilung der Kosten zwischen Mitgliedsbeiträgen, Lizenzgebühren, Startgeldern, Sponsoring und weiteren Einnahmequellen werde dabei eine wichtige Rolle spielen.

Ausbildung und Nachwuchs bleiben zentrale Säulen

Trotz der notwendigen Anpassungen sieht der ÖFBV keinen Anlass, seine strategischen Schwerpunkte infrage zu stellen. Insbesondere die Ausbildung von Trainerinnen und Trainern sowie die Nachwuchsarbeit müssen aus Sicht des Verbandes abgesichert bleiben.

„Ich bin sehr positiv, dass wir die nächsten Entwicklungsschritte im österreichischen Floorball weiterhin schaffen können. Wir werden die eine oder andere Kürzung vornehmen und unsere Beiträge bei Lizenzen und Startgeldern überprüfen müssen. Das wird sich nicht vermeiden lassen. Bei Ausbildung und Nachwuchs darf es aber keine Kürzungen geben, die unsere Entwicklung gefährden. Wenn wir in diesen Bereichen sparen, ist der Rückschritt früher oder später vorprogrammiert“, betont Rachlinger.

Die Ausbildung qualifizierter Trainerinnen und Trainer sowie die Gewinnung und Betreuung junger Spielerinnen und Spieler bilden eine wesentliche Grundlage für die sportliche Entwicklung. Gerade in einer Phase begrenzter finanzieller Mittel gilt es daher, vorhandene Ressourcen gezielt einzusetzen und jene Bereiche zu schützen, die für die Zukunft des Sports entscheidend sind.

Budgetplanung für die kommenden Jahre

Auf Basis der nun vorliegenden Informationen arbeitet der ÖFBV an der finanziellen Planung für die kommende Förderperiode. Das Budget soll im Dezember der Delegiertenversammlung zur Beschlussfassung vorgelegt werden.

„Wir planen jetzt unser Budget so, dass wir es im Dezember bei der Delegiertenversammlung beschließen lassen können. Wir müssen mit den vorhandenen Mitteln verantwortungsvoll umgehen, Prioritäten setzen und gleichzeitig die Entwicklung unseres Sports im Blick behalten“, erklärt der Generalsekretär.

Rachlinger spricht sich zudem für eine sachliche Diskussion über die Finanzierung des österreichischen Sports aus. Vergleiche zwischen Verbänden müssten auf nachvollziehbaren Grundlagen beruhen. Die Höhe staatlicher Förderungen allein sei kein ausreichender Maßstab, um die finanzielle Situation oder den tatsächlichen Bedarf eines Verbandes zu beurteilen.

Für Floorball bleibt die staatliche Förderung ein wichtiger Bestandteil der Finanzierung. Gleichzeitig wird es notwendig sein, die wirtschaftliche Eigenständigkeit auf Verbands- und Vereinsebene weiterzuentwickeln.

Das Ziel des ÖFBV bleibt klar: Die finanziellen Herausforderungen der kommenden Förderperiode sollen bewältigt werden, ohne die Grundlagen für die sportliche Weiterentwicklung, eine qualitätsvolle Ausbildung und eine starke Nachwuchsarbeit zu gefährden.

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