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Vom Kindergarten zum Meistertitel

FSG Linz Rum hat diese Woche Geschichte geschrieben. In ihrer ersten Saison in der österreichischen Bundesliga holt sich das junge Team ihren ersten Meistertitel und lässt die mehrmaligen Meister TVZ Wikings und Wiener FV links liegen. Als Neulinge und Kinder belächelt startet das Team in die Saison 2018/19. Doch was steckt hinter dem Erfolgsteam?

Im Gedanken an die Zukunft

Die Philosophie und Vision der Trainer war es die Jugend in Österreich zu fördern, neue Spielerinnen an das Großfeld heranzuführen und aufzubauen. Man plant für dich Zukunft. Ein langfristig erfolgreiches und starkes Team ist das Ziel. Doch die Idee hat schon früher Früchte getragen.

Blickt man auf den Kader findet man viele bekannte Namen wieder. Vier Nationalteamspielerinnen und ganze 9 u19 Nationalteamspielerinnen. Nichts desto trotz hält die Mannschaft einen Altersschnitt von 18,8 Jahren. Der einzigartige Teamgeist und Zusammenhalt ist aufgrund der doch weit auseinander liegenden Städte der Spielgemeinschaft keinesfalls selbstverständlich. Doch viele Spielerinnen haben bereits bei vielen Events wie dem Budweis Cup, wo man den 3. Platz erreichen konnte, oder der im letzten Jahr stattfindenden u19 WM gezeigt, das zwischen Rum und Linz eine spielerische und persönliche Harmonie herrscht. Das erste Spiel bestritten die Damen am 3.12. 2016 gemeinsam, allerdings noch in einem u17 Turnier. Von da an hat man hart trainiert und an der Spielgemeinschaft geschliffen. “Das Team arbeitet konzentriert und hat einen super Teamspirit. Wenn der Stamm zusammen bleibt wird es nicht der letzte Titel sein.”, sagt Trainer Gerold Rachlinger über seine Mannschaft.

Schwerer Start

Das erste Spiel der Saison begann direkt mit einem Hammerspiel. FSG Linz/Rum muss gegen den damals amtierenden Meister TVZ Wikings Zell am See, ran und kann sich direkt einen Punkt sichern. Die nächsten drei Spiele hatte die Spielgemeinschaft es schwer sich zu finden und musste drei Niederlagen einstecken. Doch im Dezember 2018 ist das Team angekommen und begann sich stetig zu steigern und zu steigern. “Im Laufe der Saison haben wir immer bessere Möglichkeiten gefunden dem Gegner taktisch entgegen zu treten. Wir haben immer mehr zueinander gefunden und Spiele durch unseren Willen die entscheidende Wendung geben können.”, meint Trainer Peter Trenker zu der Leistungssteigerung des Teams. Fünf Siege in Folge wurden gesichert. Spätestens als man Innsbruck im Halbfinale in nur zwei Spielen vom Platz fegte, war eines klar. Jetzt lassen sich die Neueinsteiger diese Chance nicht so leicht entgehen. Durch die bessere Platzierung im Grunddurchgang sicherte sich der neue Meister das Heimrecht und so startete man zuhause in Linz in die Finalserie. Das erste Finalspiel von Spannung wohl kaum zu überbieten. Ein ständiger Schlagabtausch auf beiden Seiten. Linz konnte mit ihren schnellen Spielern trumpfen und die erfahrenen Wiener besiegen und sich somit den ersten Punkt sichern. Eine Woche drauf hieß es dann bereits Entscheidungsspiel.

Ein Schritt fehlte zum Pokal

Doch in Wien sah man ein ganz anderes Team am Feld. Nur ein Schritt weg vom Pokal, doch auch ein Schritt weg vom Gegner, mussten die Linzer Damen eine Niederlage mit nach Hause nehmen. Zu sehr hat man bereits an den Titel und den Pokal gedacht und sich nicht auf das Spiel konzentriert. Man hätte meinen können, dass sich das junge Team aufgrund der fehlenden Erfahrung aufgibt und sich bereits vorzeitig als Verlierer der Finalserie sieht. Doch genau das Gegenteil war der Fall. Am 06.04.2019 war die FSG Linz/Rum da. Sie lieferten ein Spiel ab, was sie wahrscheinlich noch nie in ihrer Karriere gemacht haben. “Ich wusste, dass wenn wir es schaffen als Team Mental da zu sein und unser Spiel spielen können uns der Meistertitel sicher ist. Ich versuche immer mein bestmögliches um alle zu motivieren und einzustimmen, das ist gerade bei einem so jungen Team extrem wichtig, doch, dass an diesem Tag alle so abliefern würden wie es passiert ist war einfach atemberaubend!” sagt Kapitänin Elke Mayrhofer nach dem Sieg. Die Gäste mussten einen Rückstand von 6:0 an der Anzeigetafel sehen. Der aktuelle Meister war kaum zu stoppen. Schlussendlich holte sich das Heimteam den Sieg mit einer Selbstverständlichkeit, als hätten sie nie was anderes gemacht. “Anfang des Jahres wurden wir als Kindergarten bezeichnet und ausgelacht. Nun: Der Kindergarten hat jetzt den ersten Staatsmeistertitel.” sagt Rachliger erfreut.

Titel ein „Zeichen für Floorball-Österreich“

Vielleicht ist der Sieg des jungen, motivierten Teams ein Zeichen für Floorball-Österreich. Es bringt wieder Schwung in die eingefahrenen Muster und wird die Liga auch nächste Saison beleben. Auch Patrick Schwarz, sportlicher Leiter des ÖFBV, äußerte sich zum Sieg: „Linz/Rum als Meister ist sehr gut für Österreich, weil sie neuen Schwung bringen. Für mich kommt es nicht überraschend. Sie sind jung, fit, motiviert und bringen ein super Tempo mit.“

Der Weg der Linzer Mannschaft ist mit Sicherheit der richtige. Sie investieren sehr viel und geben für ihren Sport alles. Und genau das hat ihnen auch den Erfolg und infolgedessen den Staatsmeistertitel gebracht.