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Österreichs Teams im großen Check

Die Saison steht unmittelbar vor dem Auftakt und ganze zehn österreichische Teams gehen heuer in der IFL und Bundesliga an den Start. Wir haben die Entwicklungen im Sommer beobachtet und wagen einen Check aller Mannschaften!

Wiener Floorball Verein

Die Offensive ist seit Jahren das Prunkstück des amtierenden Meisters, Spieler wie Jakob Mayer, Laurin Zehetner oder Michael Seiser können Spiele im Alleingang entscheiden. Trainer Klaus Gufler jedoch sieht – wohl aufgrund des unglaublich starken Kaders – die ganze Mannschaft zu solchen Leistungen imstande. Nun wurde auch defensiv aufgerüstet, mit Maximilian Obereder vom KAC bekam Torhüter Bernhard Bezucha starke Konkurrenz. Beachtlich: Beide Goalies gehören derzeit dem Kader der Nationalmannschaft an. Gufler hat also die Qual der Wahl, wem er in den wirklich wichtigen Spielen das Vertrauen schenkt.

VSV Unihockey

Obwohl der VSV mit Niklas Felsberger eines seiner größten Juwele nach Schweden ziehen ließ, wurde die Mannschaft über den Sommer unglaublich verstärkt. Mit Christoph Haimburger und Joseph Holl kamen zwei Nationalspieler vom Erzrivalen KAC, mit Marcel Joos ein erfahrener Hochkaräter aus der Schweiz. Spieler wie Timo Schmid und Thomas Seebacher zählen seit Jahren zur österreichischen Elite und werden heuer wieder einen guten Mix aus Jungspunden und Routiniers anführen. Im Großen und Ganzen soll aber die ganze Mannschaft als gemeinsame Einheit dafür sorgen, dass heuer nach zweimal Silber in der Vorsaison wieder ein Titel eingefahren wird.

KAC Floorball

Der KAC hat einen harten Sommer hinter sich. Nachdem zahlreiche Stammspieler (u.A. M. Pfeifer, Mayrobnig, Kalles) ihre Karrieren beendeten, folgte mit den Abgängen von Christoph Haimburger und Joseph Holl zum VSV sowie von Einsergoalie Maximilian Obereder nach Wien die nächste Hiobsbotschaft. Im Gegenzug kam mit Torhüter Martin Wassertheurer vom FBV Klagenfurt nur ein Neuzugang. Auch Starcoach Kari-Matti Ratsula verließ den Verein und wurde von Ex-Rotjacken-Spieler Jochen Bathe beerbt. An ihm wird es nun liegen, aus der sich im Umbruch befindenden Mannschaft ein konkurrenzfähiges Team zu formen. Wie der KAC heuer auftreten wird, bleibt also das große Fragezeichen.

UHC Linz

Bereits in der vorherigen Saison hat Linz gezeigt, dass sie trotz kleinem Kader auch für höhere Aufgaben bestimmt sind. Eine IFL-Teilnahme wurde (noch) nicht arriviert, in der Bundesliga sind die Stahlstädter aber sicher als der Favorit schlechthin einzustufen. Beispiel gefällig? In den österreichischen Playoffs der Vorsaison zwangen sie den späteren Meister Wien im Halbfinale ins Entscheidungsspiel. Vor allem die tschechischen Legionäre Jan Völfl und Tomas Kopcak sowie der wiedergenesene Patrick Pichler und Rückkehrer Matthias Weigert könnten für die Linzer noch zum Trumpf werden.

IBC Leoben

Der älteste Floorballverein Österreichs war in der Vorsaison noch in der ersten Liga vertreten, entschied sich heuer aber für einen Schritt nach unten. Vielleicht sogar ein kluger Schachzug, denn in der Bundesliga misst man sich nun (fast) nur noch mit ebenbürtigen Gegnern. Vor allem für die Entwicklung der Mannschaft könnte dies von Vorteil sein. Leitfiguren wie Tobias Helffrich, Benjamin Himsl, Benjamin Sailer und Leon Leitgeb werden auch heuer das Herzstück der Mannschaft bilden – läuft es bei ihnen, läuft es auch bei der Mannschaft. Vor allem Nationalspieler Himsl könnte für die Steirer noch zum Trumpf werden, Mitfavorit auf den Titel sind sie ohne Frage.

TVZ Wikings Zell am See

Die Wikings haben sich von ihrem Umbruch gefangen und werden auch in diesem Jahr wieder an der zweithöchsten Spielklasse teilnehmen. Trainer Sebastian Rathgeb muss dabei heuer allerdings auf die Wieser-Brüder (Daniel und Raphael, Anm.) verzichten. Neuzugänge wurden bis dato keine vermeldet, daher werden die Wikings wieder mit einer extrem jungen Mannschaft an den Start gehen. Ein Pluspunkt für die Bundesliga: Torhüter Nicholas Jauck, Kapitän Roman Reitstätter und Nationalspieler Florian Maczek bringen eine Menge Erfahrung mit.

UHC Crossroads

Die Crossroads waren 2018/19 das Team der Stunde. Im Finale kämpfte man sich bis in die Overtime, wo tatsächlich der erste Titel der Vereinsgeschichte errungen wurde. Auch heuer wollen die Wiener voll angreifen, mit VSV-Urgestein Joe Leurer hat man auch einen neuen Spielertrainer bekommen, der gleichzeitig auch auf dem Feld für viele Furore sorgen wird. Auch ehemalige Erstligaspieler wie Simon Stadler (WFV) und der neue Goalie Felix Scherer (KAC, Leoben) bringen viel Erfahrung mit, zudem hat man mit Andreas Steinwender und Michael Guggenberger zwei brandgefährliche Stürmer in den eigenen Reihen. Um an die Erfolge der Vorsaison anzuknüpfen, braucht es aber definitiv einen weiteren Sprung nach vorne. Gelingt dies, könnten die Crossroads vielleicht erneut für eine Überraschung sorgen.

HotShots Innsbruck

Bei den HotShots hat sich über den Sommer personell wenig verändert, einzig Elias Jäger vom UHC Linz hat die Mannschaft verstärkt. Mit Miroslav Sajko und Josselin Guedon hat man zwei Spieler im Kader, die wohl auch jedes IFL-Team sofort verstärken könnten. Trainer Christian Obrist bevorzugt es allerdings, die Mannschaft als Star zu sehen, auch wenn er freilich um ihre Wichtigkeit für das Team weiß. „Die Mannschaft steht über dem Individualisten“, wird der Innsbrucker Trainer zitiert, als Ziel gibt er das Erreichen des Bundesliga-Finals aus. Ob das reichen wird, steht noch in den Sternen und wird sich im Laufe der Saison zeigen. Das Potential haben die HotShots allemal.

FBC Dragons

Die Dragons haben sich in den letzten Jahren in der zweiten Liga zu einer starken Einheit gemausert, mussten sich allerdings in der Vorsaison im Finale knapp den Crossroads geschlagen geben. Der Hunger nach mehr – also nach den ersten Titeln – ist aber nach wie vor allgegenwärtig. Heuer bekommt man mit Linz, Leoben und Innsbruck noch stärkere Konkurrenz, auf Coach Kimmo Mustonen und sein Team wartet also nicht unbedingt leichtere Spiele als im Vorjahr. Vieles wird davon abhängen, wie Leistungsträger wie Peter Scheidl, Marcel Hoffmann und Jakob Steinbichler performen und ihr Team zu Siegen führen können. Haben die Dragons im Sommer ihre Hausaufgaben gut gemacht, sind sie sicher als Mitfavoriten in der Bundesliga einzustufen.

Alligator Rum

Die Tiroler sind in der Vorsaison mit einem auf dieser Ebene höchst unerfahrenen Kader in die Spielzeit gestartet und haben sich dort überraschend gut verkauft – heuer soll der nächste Schritt nach vorne gemacht werden. Vieles wird daher von der Konstanz der Mannschaft abhängen, vieles aber auch von Nationalspieler Stefan Wolf, der getrost als „Um und Auf“ der Alligatoren bezeichnet werden kann. Auch Spieler wie die Youngstars Lukas Innerhuber oder Torhüter Georg Leitner können an einem guten Tag Spiele im Alleingang entscheiden. Bleibt nur noch abzuwarten, ob der gesamte Kader am Ende stark genug ist, die angestrebte Playoff-Teilnahme in der Bundesliga zu ermöglichen.