post

Nationalteam mit grandiosem Wochenende

Das österreichische Herren-Nationalteam hat ein erfolgreiches Wochenende hinter sich! Während der Länderspielpause ging es darum, weiter für die bevorstehende WM-Quali zu testen. Dabei wurden drei Trainingsspiele gegen unsere Nachbarn aus Slowenien absolviert, die allesamt gewonnen werden konnten. Co-Trainer Oliver Pucher hat das Wochenende für uns ausführlich zusammengefasst!

Ausgangslage:

Nur zwei Wochen nach dem zweiten Trainingslager traf sich das Herren Nationalteam am Wochenende vom 9. bis 11. November erneut wieder in Villach zu einem Trainingslager.

Eigentlich sollte an diesem Wochenende der traditionelle Alps Cup in Slowenien gespielt werden, doch Italien und Ungarn mussten für das Turnier absagen. Österreich und Slowenien absolvierten also drei Trainingsspiele. Am Samstag wurden in Skofja Loka zwei Spiele ausgetragen und am Sonntag folgte noch ein Spiel in Villach.

Mit dem Hintergedanken, dass ein sehr straffes Programm auf die Spieler zukommen wird berief der Teamchef fünf komplette Linien plus drei Tormänner für das Camp ein. Außerdem war auch erstmals der Physiotherapeut des Teams, Reinhard Fischbacher, das ganze Wochenende vor Ort.

In der Woche vor dem Trainingslager trudelten jedoch sehr viele Absagen herein. So mussten Christoph Haimburger, Florian Hreniuk, Tobias Schrottenbacher und Daniel Raab verletzungsbedingt für die Spiele absagen. Würde dies nicht schon reichen wurden auch noch Timo Schmid und Niklas Fechtig unter der Woche krank. Die Legionäre aus der Schweiz sagten schon im Vorfeld ab, da sie von ihren Klubs keine Freigabe bekamen. Der Teamchef nominierte dieses mal keine Spieler kurzfristig nach, und somit blieben nur mehr 19 Feldspieler übrig.

Spiel 1:

Von den 19 Feldspielern gab es nur acht Spieler, die schon einmal für Österreich auf Herren-Niveau international gespielt haben, elf Spieler absolvierten somit ihr erstes Spiel für Österreich. Speziell im ersten Drittel sah man, dass der eine oder andere noch ein bisschen nervös war und die Spieler einige Zeit brauchten, um sich an das hohe Tempo zu gewöhnen.

Speziell am Beginn hatten die Slowenen mehr Torschüsse, und gingen somit mit 2:0 in Führung. Doch die Jungs zeigten Moral und Kampfgeist und konnten ausgleichen. Auch auf die erneute Führung der Slowenen hatte man durch den raschen Ausgleich die passende Antwort, und es blieb bis zum Ende beim 3:3. Somit musste die Entscheidung im Penaltyschießen fallen. Da hatte Österreich dann das bessere Ende, denn auf Seiten unseres Nationalteams trafen Joseph Holl, Martin Krametter (besonders sehenswert) und Jakob Mayer. Maximilian Obereder musste nur zweimal den Ball aus dem Tor holen, somit gewann Österreich das Penaltyschießen mit 3:2. Alle 19 Feldspieler kamen zum Einsatz.

Spiel 2:

Nach einem gemeinsamen Mittagessen, wartete in Spiel Nummer Zwei das Slowenische U19-Nationalteam auf unsere Auswahl, welche sich für die WM qualifizieren konnte. Die Betreuer wussten, dass die Slowenen über eine hervorragende erste Linie verfügen und mit dieser Erkenntnis wurde das Team auf dieses Spiel auch von den Betreuern eingestellt. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit deutlich mehr Toren. Dass der Spielverlauf anders als in Spiel Eins war, hatte mehrere Gründe. Erstens hatten unsere Spieler schon anstrengende 60 Minuten in den Beinen, dadurch litt ein wenig die Konzentration in gewissen Phasen. Was die Mannschaft aber definitiv besser als im ersten Spiel machte, waren die Situationen vor dem slowenischen Tor. Da wirkte man etwas ruhiger und abgeklärter und somit ist auch zu erklären, dass man sieben mal ins gegnerische Tor traf. Man bekam zwar auch fünf Gegentore, aber die Gründe für das eine oder andere Tor der Slowenen war, dass man schon 60 schwere Minuten in den Beinen hatte. Es kamen auch wieder alle Feldspieler zum Einsatz, und besonders loben muss man auch die „Youngsterlinie“ der Österreicher, welche fast nur aus U19-Nationalteamspielern bestand. Die Villacher Alexander Hanschur, Niklas Felsberger und Christoph Steiner bildeteten mit den Klagenfurtern Philipp Horn und Martin Krametter einen Block.  Sie zeigten, dass auch die erste Linie der Slowenen verwundbar ist, und konnten zwei sehr schön herausgespielte Tore gegen diese Linie der Slowenen erzielen. Das gesamte Team setzte die Taktik hervorragend um, und überzeugte erneut mit Kampf, taktischer Disziplin und großen Einsatzwillen.

Spiel 3:

Samstagsabend suchten einige Spieler den Physio auf um das eine oder andere kleine „Wehwechen“ behandeln zu lassen. Fast jeder Spieler spürte den anstrengenden Samstag. Der Teamchef merkte in der Besprechung an, dass jeder einzelne Spieler über seine Schmerzgrenze gehen müsse. Die Slowenen kamen mit einem Mixed-Team aus den ersten beiden Spielen und waren somit stärker und vor allem ausgeruhter, da jeder Slowenische Spieler nur ein Spiel in den Beinen hatte. Das Spiel war wieder gekennzeichnet durch taktische Disziplin, großem Einsatz und einen Willen, bis zur 60. Minute alles zu geben. Defensiv wurde auf beiden Seiten ausgezeichnet gearbeitet und somit war es auch keine Überraschung, dass es am Ende ein torarmes Spiel wurde. Doch wenn man in 60 Minuten auf diesem Niveau nur ein Tor bekommt, weiß man, dass defensiv und in der Rückwärtsbewegung fast alles richtig gemacht wurde. Timmo Taurers persönliche Torsperre gegen die Slowenen endete kurz nach dem Beginn des letzten Drittels. Er hielt seinen Kasten gegen das Slowenische Team somit über 100 Minuten sauber. Offensiv ist bei nur einem erzielten Tor natürlich noch Luft nach oben, aber die Tatsache das die Mannschaft nur ein Tor bekommen hat, überwiegt hier. Außerdem hat sie einen unglaublichen Charakter bewiesen, denn sonst wäre der Ausgleich 16 Sekunden vor Schluss nicht mehr möglich gewesen. Zugegeben war er etwas glücklich, aber manchmal muss man das Glück auch einfach erzwingen.

Resümee:

Bei der ersten Besprechung des Trainerteams wiesen Teamchef und Co-Trainer darauf hin, was die Betreuer in Zukunft von den Teamspielern bei den Camps und Länderspielen erwarten. Beide Betreuer waren ja als Spieler während der erfolgreichsten Zeit des Nationalteams im Einsatz. Die Spieler von damals waren von den technischen (Schuss bzw. Stickhandling) Fähigkeiten her bei weitem nicht so gut ausgebildet wie die heutige Generation. Was diese Generation aber so erfolgreich gemacht macht hat war taktische Disziplin, Einsatzwille und ein großer Zusammenhalt  innerhalb der Mannschaft. Pucher durfte diese Generation ja acht Jahre lang als Kapitän anführen, und er bemerkt schon nach drei Trainingslagern, dass die Mannschaft auf dem besten Weg ist diese Attribute an den Tag zu legen.

Einsatzwille, taktische Disziplin, mannschaftliche Geschlossenheit, ausgezeichnete Defensivarbeit, und natürlich auch der eine oder andere spielerische Höhepunkt waren die Eckpfeiler für ein erfolgreiches Wochenende.

Ausblick:

Das nächste Teamcamp findet erst im Februar 2019 statt. Die Betreuer wissen noch nicht wie und wo es ablaufen wird. Eines hat dieses Wochenende aber gezeigt. Die besten Schlüsse können die Coaches nach harten Spielen auf internationalem Niveau ziehen.

Es gibt Pläne für das nächste Camp auf alle Fälle wieder Länderspiele zu machen, dieses Mal aber offizielle. Vielleicht schafft man es sogar, ein Turnier zu veranstalten.

Je nachdem wie das Trainingslager ausschauen wird, werden 20 bis 25 Feldspieler plus drei Torhüter eingeladen. Im Februar werden auch wieder die Legionäre im Kader aufscheinen und der ein oder andere der bei diesem Camp absagen musste. Eines steht aber nach dem Wochenende fest: Die Betreuer haben schön langsam die Qual der Wahl, denn einige, die die Trainer vielleicht nicht so auf dem Radar hatten, überzeugten diesmal wirklich!