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„Goofy“ und ein Samstag mit zwei Finalsiegen

In jüngster Vergangenheit durfte der Wiener Floorball Verein schon den einen oder anderen Titelgewinn bejubeln. Man nehme die Vorsaison, als Michael Seiser, Jakob Mayer & Co. die Finalserie gegen den KAC noch zu ihren Gunsten drehten. Kopf hinter dem Triumph: Ein sympathischer kleiner Mann mit Glatze, Mitte 30, der von seinen Spielern nur „Goofy“ gerufen wird. Klaus Gufler ist im österreichischen Floorball bekannt wie ein bunter Hund. Nun hat er historisches geschafft: An nur einem Tag konnte er zwei Finalspiele als Trainer gewinnen – und nächste Woche könnte er gleich zwei Mal Meister werden! Seine Reaktion? Eher bescheiden: „Ich freue mich für – und mit den Spielern!“

Der Traum lebt für die Wiener Damen

Zugegeben: Den Trainerstuhl der Wiener Damen teilt er sich mit Harald Steinbichler vom FBC Dragons. Da dieser vergangenen Samstag aber nicht zur Verfügung stand, übernahm Gufler alleine – mit Erfolg. Die WFV-Damen wuchsen über sich hinaus, vereitelten die Titelträume der sich schon fast als Meister wähnenden Linzerinnen und erzwangen ein Entscheidungsspiel in der Stahlstadt. „Sie wollten diese Spiele unbedingt gewinnen und das haben Sie auf dem Feld gezeigt. Dazu beigetragen haben auch die zahlreichen Zuschauerinnen und Zuschauer, welche die Altgasse in ein absolutes Tollhaus verwandelt haben. Vor so einer Kulisse zu spielen ist nichts Selbstverständliches und das motiviert nochmal zusätzlich!“, freut sich Gufler über die lautstarke Unterstützung der WFV-Fans.

Folgt auf eine solide Saison jetzt die Titelverteidigung?

So weit so gut – nach dem Spiel ist vor dem Spiel! Seit Jahren coacht Gufler (mit kurzer Unterbrechung) die Kampfmannschaft des WFV, die heuer eine absolut passable Saison gespielt hat. Zweiter im Grunddurchgang, internationales Halbfinale, jetzt das österreichische Finale. Die Titelchancen stehen erneut nicht schlecht, Spiel eins der Best-of-three-Serie wurde am Samstag gewonnen. Gufler verrät auch das Erfolgsgeheimnis: „In beiden Spielen haben Kleinigkeiten den Unterschied zu unseren Gunsten ausgemacht. In den entscheidenden Situationen waren wir gedankenschnell, haben die Gelegenheit erkannt und unsere Chancen genutzt. Es sind diese kleinen Dinge, welche im Spiel zweier ausgeglichener Mannschaften oftmals den Unterschied ausmachen.“

No Goofy, no party

Damit geht es am Samstag in Villach bereits darum, den Titel zu fixieren – bei einer Niederlage würde die Entscheidung zu Hause fallen. Eine Chance weniger haben da die WFV-Damen, denen in Linz bereits das Entscheidungsspiel bevorsteht. Gufler wird da nicht helfen können, da er mit der Herrenmannschaft nach Villach reisen wird. Gute Chancen rechnet er sich trotzdem aus: „Beide Mannschaften haben gezeigt, dass Sie Ihre Spiele gewinnen können, aber es steht in beiden Serien ein hartes Stück Arbeit an. Wir dürfen auswärts gegen zwei sehr starke und ausgeglichene Mannschaften antreten. Klarerweise werden wir alles daran setzen um die Spiele am Wochenende zu gewinnen – ob es reicht, wird sich am Ende des jeweiligen Matches zeigen.“ Wir dürfen aber auch nicht außer Acht lassen, dass er einen wesentlichen Anteil zum heurigen Erfolgslauf des WFV beigetragen hat – no Goofy, no party!

Mission = Qualifikation

Seit vielen Jahren ist Gufler außerdem auch Head Coach des österreichischen U19-Nationalteams. Nachdem man im September knapp an der WM-Qualifikation gescheitert war, läuft nun die Mission „Neustart“, verbunden mit der Qualifikation für die nächste WM. Der Grundstein soll dabei bald gelegt werden: „Wir haben einen großen Pool an sehr talentierten und motivierten Spielern. Es ist geplant, dass wir wieder nach Brünn zu den Opengames fahren. Dabei handelt es sich um eines der größten Jugendturniere der Welt.“ Der nächste Zusammenzug findet dabei erstmals in Linz statt. „Ich bin schon sehr gespannt, da wir noch nie in Linz einen Teamzusammenzug hatten.“, so Gufler. „Ich freue mich bereits darauf die Spieler wieder zu treffen und gemeinsam werden wir daran arbeiten uns als Team zu finden und uns kontinuierlich zu verbessern.“

Starke Gegner kommen uns zu Gute

„Aktuell sind wir gerade in der Phase des Neuaufbaus.  Die letzten Jahre haben gezeigt, dass es der Entwicklung der Spieler und der Mannschaft sehr gut tut, gegen sehr starke Gegner zu spielen und internationale Erfahrung zu sammeln. Das kommt uns bei den WM Qualifikationen massiv zu Gute!“, stuft Gufler die Duelle mit starken Teams als äußerst wichtig ein. Mit Lob und Dank spart Gufler ebenfalls nicht: „Man erkennt deutlich, dass in den Vereinen sehr gute Arbeit geleistet wird – dafür möchte ich mich bei allen beteiligten Vereinen und Funktionären bedanken, ebenso wie bei den Eltern, welche es ihren Kindern ermöglichen, Floorball zu Spielen.“

Man muss ihn einfach mögen:

Klaus Gufler, den Erfolgscoach, der Goofy genannt wird.