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Bitteres Aus für die U19-Nationalmannschaft

Die Teilnahme an der U19-WM 2019 in Kanada war zum Greifen nahe, trotzdem haben es unsere Jungs wieder nicht geschafft – Österreich wird in Halifax nicht mit dabei sein. Eine Last-Minute-Niederlage besiegelt das endgültige Aus für die Mannschaft von Klaus Gufler. Aber von Anfang an…

Sensationeller Start in die Quali

Nach einer zweitägigen Vorbereitung in Innsbruck ging es am Montag nach Bozen. Nach einem Abschlusstraining in der PalaResia, wo die Spiele stattfinden sollten, ging es bereits am Mittwoch los mit dem Duell gegen Deutschland. Kleiner Ausblick: Nur der Gruppensieger und der beste Gruppenzweite der beiden Sechser-Gruppen würde im Endeffekt nach Kanada fliegen. Unsere Nachbarn galten als absolute Favoriten auf die WM-Qualifikation, unsere Österreicher verteidigten aber tapfer. Am Ende leuchtete eine knappe 3:5-Niederlage von der Anzeigetafel, ein Ergebnis, mit dem wohl alle gut leben konnten.

Gegen die Niederlande fuhr dann der österreichische Traktor drüber, nach dem ersten Drittel stand es bereits 5:0. Man schaltete einen Gang zurück, dennoch wurde am Ende daraus ein 8:0-Erfolg. Auch gegen Großbritannien ließ man nichts anbrennen und erreichte einen 10:3-Sieg.

Die Knochen werden müde

Am vierten Spieltag traf man auf Gastgeber Italien. dort tat man sich schon einigermaßen schwer. Eine Woche Dauerbelastung hatten unsere Jungs bereits in den Knochen, dennoch gaben sie auf dem Feld alles. Ein 0:2-Rückstand wurde egalisiert, ehe man kurz vor Ende den Siegtreffer erzielen konnte. Nun galt es alle Kräfte für das entscheidende Spiel gegen Ungarn zu mobilisieren. Würde man hier einen Sieg einfahren, hätte man gute Chancen auf eine WM-Teilnahme. Hätte, hätte, Fahrradkette…

Ungarn machen den Österreichern das Leben schwer

Der Sieg gegen Ungarn war wohl Pflicht. Ansonsten könnte man sich von einer WM-Teilnahme gleich verabschieden, denn die Ungarn hatten zu diesem Zeitpunkt einen Punkt weniger in der Tabelle als die zweitplatzierten Österreicher. Ein Unentschieden hätte für den zweiten Platz gereicht, ein Sieg hätte wohl die WM-Quali bedeutet. Die Jungs waren bis in die Haarspitzen motiviert, denn es ging um alles oder nichts.

Entgegen aller Erwartungen starteten die Ungarn gleich mit vollem Pressing und setzten unsere Jungs gehörig unter Druck. Zwei Abwehrfehler bescherten ihnen sogar eine 2:0-Führung nach 20 Minuten. Der Anschlusstreffer durch Christoph Steiner folgte gleich zu Beginn von Drittel zwei, danach tat man sich vor allem mit dem Toreschießen schwer. Glück im Unglück: In der 58. Minute hob der Unparteiische plötzlich vor dem gegnerischen Tor beide Arme – Penalty! Und dass man Niklas Fechtig nicht erklären musste, wie man diesen verwandelt, ist wohl auch nichts Neues.

EIn Traum zerplatzt

Der Ausgleich war geschafft, nur noch ein Tor, dann dürfte man weiter von Halifax träumen. Doch ebenjener Traum wurde von den Ungarn von der einen Sekunde auf die andere ausgelöscht. Goalie Lukas Kerschbaumer bekam einen Stangenschuss auf den Rücken, dieser kullerte ins Tor. Ein Videobeweis blieb erfolglos, die Ungarn waren in Führung und blieben es auch bis zum Ende. Die Österreicher konnten offensiv keine Akzente mehr setzen und es war vorbei: Die WM geht ohne die Alpenrepublik über die Bühne.

Zum MVP der Österreicher wurde Christoph Steiner gewählt, der mit 10 Punkten auf Platz fünf der Scorerliste landete.

Gufler: „Sensationelles Turnier gespielt!“

Teamchef Klaus Gufler ist wie die Mannschaft natürlich geknickt durch das bittere Aus, spricht aber gleichzeitig von einem starken Turnier seiner Mannschaft: „Wir haben ein sensationalles Turnier gespielt, jeder einzelne hat sich reingehauen, alles gegeben. Dass es so unglücklich enden musste ist natürlich bitter, ich bin dennoch sehr stolz auf meine Jungs und auf das, war sie erreicht haben. Der Abschied fällt mir jetzt schon schwer, mit einigen arbeite ich ja doch schon vier Jahre zusammen. Ich wünsche Ihnen alles Gute für die Zukunft und hoffe auf ein baldiges Wiedersehen! Ein besonderer Dank gilt den mitgereisten Fans in Bozen, die unsere Jungs bis zur letzten Sekunde nach vorne gepeitscht haben!

Aller Voraussicht nach wird Gufler bereits heuer das erste Trainingscamp als Vorbereitung auf die WM-Quali 2020 leiten.